Mittwoch, 23. Juli 2014
Bornholm nicht erreicht und andere Widerwärtigkeiten

Bornholm ist ein mögliches Sprungbrett auf dem Weg nach Schweden. Von Sassnitz (Rügen) aus versuchte ich, die Insel zu erreichen. Der Wetterbericht sagte für den nächsten Tag einen netten Wind voraus, zuerst aus Ost, im Verlaufe des Nachmittags leicht norddrehend. Mit Ostwind sollte ich Bornholm erreichen können, ohne gross aufzukreuzen.
Ich also los am Morgen um halb sieben. ... obwohl, der Wind kam aus Nordost, also genau gegenan. "Der wird noch auf Ost drehen" , dachte ich. Es war schönes Wetter, guter Wind, meistens fuhr ich unter Windfahnensteuerung, nur die "falsche" Windrichtung blieb. "Aber egal" , dachte ich, bis morgen früh sollte ich trotzdem ankommen.

Sonnenuntergang
(Sonnenuntergang auf dem Weg nach nicht - Bornholm)

Um nicht nachts der Westküste entlang zu segeln (Fischer, Fischernetze) halte ich einen respektablen Abstand und hätte dann mit dem Morgengrauen mit einem Schlag gegen Ost mein Ziel erreichen können, hätte, wenn nicht der Wind langsam auf Ost gedreht hätte. So stand ich im Morgengrauen etwas mehr als 10 Seemeilen westlich von Bornholm, und der Wind, inzwischen etwas zugenommen, mit einer ekligen Welle, kommen genau aus Ost. Zuerst versuchte ich es mit aufkreuzen. Ich kam mit gerefften Segel nicht wirklich weiter. Dann eben mit Motor, .... aber ich krachte dermassen durch die Wellen genau von vorne, dass ich extrem gebremst wurde. Auf beide Weise hätte ich wohl über 5 Stunden gebraucht. "Nee, so geht das nicht" , musste ich mir eingestehen, sodass ich mich entschied umzukehren.

Was ist mit den anderen Widerwärtigkeiten, werdet ihr auch jetzt fragen? Nun, inzwischen hatte sich auf dem ganzen Weg eine ziemliche Welle aufgebaut, sodass ich schlussendlich seekrank wurde (wünsche ich niemandem). Ausserdem, vor dem Hafen von Sassnitz hatte ich Probleme mit dem Motor. Eine (eigene) Leine hatte sich um den Propeller gewickelt, er drehte nicht, sodass ich die netten Herren der Seenotrettung bitten musste, mich in den Hafen zu schleppen und buxieren.

Wie sagt man: ein Unglück kommt selten alleine.

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