Montag, 20. Juli 2015
Rødvig

Das Problem mit dem seltsamen Motorengeräusch hat sich erledigt. Es ist über Nacht einfach weg. Die klemmende Pinne wurde auch wieder in Gang gebracht mit des Mechanikers bester Freund: ganz viel WD-40.
Mit meistens guten Wind bin ich nun in Rødvig, einen kleinen aber proprvollen Haven in der Provinz Sven (Dänemark) angelangt. Leider ist das Wetter so, dass es jeden Tag mindestens ein mal regnet, wenn auch nur für 1 - 2 Stunden. Morgen geht es Richtung Kopenhagen weiter.
Wenn das Internet besser ist, werde ich noch ein paar Fotos hochladen.

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Montag, 13. Juli 2015
los geht´s

So, endlich konnte es losgehen.
Das Loch wurde geflickt, das Boot trocken gemacht und auch der Motor von Fachleuten gründlich gecheckt. Leider war dann ein paar Tage der Wind zu stark, so dass der Kran nicht in Betrieb genommen werden konnte. Aber am Samstag war es dann doch gut, das Boot kam ins Wasser und alles ging problemlos.
Am Sonntag Morgen fuhr ich los. Bei schwachen und unregelmässigen Wind übte ich gezwungenermassen ein paar Mal Segel setzen und wieder bergen. Gegen Schluss gab es dann aber zwei Stunden Genusssegeln. Bei rund 4 - 5 Bf am Wind bis nach Sassnitz. Zu meinem (?) Empfang gab es dort ein Hafenfest und am Abend ein Feuerwerk.
Einziger Wehrmutstropfen: der Motor macht bei höheren Drehzahlen ungewohnte Geräusche. Dem muss ich nachgehen - morgen dann.

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Sonntag, 5. Juli 2015
"perfekter" Start

Am Samstag ging es schneller als gedacht: kurz nach dem Mittag konnte das Boot schon iins Wasser gelassen werdem. Dann noch den Motorenraum und die Bilge kontrollieren, alles scheint dicht zu sein. Der Motor springt gleich beim ersten Mal an, alles perfekt.
Es ist allerdings viel zu heiss, im Boot drin sind es noch ein paar Grad mehr, ich verziehen mich in den Schatten.
Am nächsten Morgen dann zuerst vom Hotelzimmer direkt ins Meer, besser als jede Dusche. :-)
Nach dem Frühstück dann zum Hafen - ja, wo ist denn mein Boot? Habe ich schon einen Sonnenstich?
Schlussendlich finde ich es unter dem Kran, mit einer kräftigen Pumpe wird Wasser rausgepumpt. Das Boot war nahe daran, abzusaufen. Nach einigen Hin und Her konnten wir ein Loch im Rumpf finden. das Boot muss wieder an Land und am Montag muss dann ein Schweisser her. So habe ich mir den Start nicht vorgestellt!

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Sonntag, 24. August 2014
Hoch und trocken

Fast eine Woche war ich (und mit mir wohl ein Dutzend andere Segler) hier in Lubmin eingeweht. Jeden Tag wurden westliche Winde mit 5 - 6 Bf mit Böen bis 8 Bf, dazu bis zu 2 m Wellen vorausgesagt. Wahrlich nicht die Vorstellung von Urlaubssegeln. So blieb ich im Hafen und wartete, bis das Wetter besser wird. Aber mit jedem Tag hatte ich weniger Lust, noch ein paar Wochen weiter zu segeln und so entschied ich mich, das Boot über Winter hier zu lassen.



Nun ist es an Land gestellt und kommt nächstens in die Halle. Es sind noch ein paar Arbeiten zu machen, das Boot wirklich winterfest zumachen und dann geht es nach Hause.

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Mittwoch, 20. August 2014
Bornholm - Rügen

Ein günstiges Wetterfenster ist angesagt. Zuerst soll der Wind zwar noch aus Südwesten kommen aber meine erste Teilstrecke führt gegen Süden, also nicht schlecht zu Segeln. Anfangs der Nacht soll der Wind sogar aus Südosten kommen - was zum Segeln gut ist, auch wenn der Wind nicht stark sein wird. Gegen morgen dann Westwind, langsam ein bisschen süddrehend. Auch das, wenn ich den Kurs wärend der Nacht entsprechend vorausdenkend wähle, gut zu machen. Ich plante also, im Verlaufe des Nachmittages zu starten. Soweit die Vorhersage.

Die Ralität: Bereits nach dem Mittag dreht der Wind gegen Süd, also für die erste Teilstrecke gegenan. Darum breche ich auch früher auf als geplant, da ich mehr Zeit einrechnen muss. Kaum habe ich Dueodde, das Südostkap gerundet und könnte nun vom Südwind profitieren, schläft er ein. Also unter Motor weiter.

Abendstimmung

Noch vor Anbruch der Nacht kommt Wind aus Südost auf und wird schnell stärker. Ich komme gut voran und juble, wie ich bereits eine Ankunft in Sassnitz (Rügen) im Morgengrauen berechne. Aber zu früh gefreut. Zuerst gab es nur einige Blitze und Wetterleuchten voraus, bald wird aber der Himmel regelmässig taghell erleuchtet. Ich glaubte die Blitze zwar weit weg, bremste meine Fahrt trotzdem, denn ich fuhr genau auf das Gewitter zu. Es war nix zumachen: bald schon war ich mitten drinn und fuhr auf dem Wasser sozusagen einen 12 Meter hohen Blitzableiter spazieren. Ein sehr mullmiges Gefühl. OK, die Blitze waren bald weg aber nun begann es zu regnen (teilweise schüttete es wie aus Kübeln) und ein ständig wechselnder Wind machte das Segeln nicht einfach. Gegen Morgen dann hörte es auf und nun blies ein konstanter und starker Wind aus West bis Südwest, etwa daher, wo ich hin wollte. So dauert es schlussendlich bis Nachmittags um vier, dass ich Sassnitz erreichte, durch die beachtlichen Wellen zienlich durchgeschüttelt.

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Bornholm

So bin ich also doch noch auf Bornholm gelandet. Ich fahre die Ostküste runter (hier ein Bild von Allinge) und mache Halt in Tejn und Naxo.

Allinge (Bornholm)

Ich liebe Inseln. Sie haben eine eigene Atmosphäre und mir scheint, die Insulaner einen speziellen Bezug zu ihrer Insel. Das macht vermutlich auch die spezielle Verkehrssituation aus. Die Insel ist durch ihre Küstenlinie auf natürliche Weise klar begrenzt und man muss einigen Aufwand leisten, um die Insel zu verlassen. Man kann nicht einfach auf die Autobahn und dann mal Gas geben, wie zum Beispiel von Zürich aus in die Innerschweiz.

Bornholm scheint mir typisch dänisch, mit seinen Häusern, Dörfern und den Leuten, aber trotzdem auch speziell.
Allerdings bleibt mir nicht viel Zeit, die Insel zu erkunden. Die Wetterlage führt zu einem konstanten Wind aus südwest, und meine Reise geht genau dahin weiter, also gegen den Wind. Ich muss also ein günstiges Wetterfenster für wie Weiterreise abpassen.

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Freitag, 15. August 2014
Plan B (B wie Bornholn)

Das liebe Wetter!
In den nächsten Tag ist dauernd Wind aus Süd-West angesagt, etwa die Richtung, in die es für mich geht. Dann muss ich halt in kleinen Etappen die Küste entlang tingeln. Gestern wollte ich von Simrishamn nach Koseberga. Zurst geht es Richtung Süd, dann um ein Kap rum Richtung West, also beides hart am Wind. Anstrengend aber machbar.
Allerding hat sich bereits auf dem Weg Richtung Süd gezeigt, bei dem böigen Wind und den entsprechenden Wellen kann ich nicht so hart an den Wind wie gewünscht, das heisst aufkreuzen.
Also Plan B: rüber nach Bornholm. Die Überfahrt mit Halbwind ist aber nicht ohne. Zwischen Bornholm und dem Festland gibt es bei Nordost - oder Südwestwind ziemlich Wellen.
Nun bin ich also doch noch in Bornholm gelandet (Siehe "Bornholm nicht erreicht"). Wie es weiter geht, hängt stark vom Wind ab. In den nächsten Tagen ist Südwestwind angesagt, wäre also nach Rügen genau gegenan!

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Sonntag, 10. August 2014
Schärengebiet Ostschweden

Schärengebiet

Die Norweger haben die Fjorde, die Schweden die Schären. Beide Landschaften sind durch die Gletscher während der letzten Eiszeit entstanden. Die Schären bestehen aus unzähligen kleinen Inseln und Buchten. Teilweise bestehen sie nur aus blankgescheuerten Felsen, andere sind dank einer dünnen Humusschicht bewachsen.

Schärengebiet Ostschweden

Es ist wunderschön, in mitten dieser Natur zu segeln, nur vom Gekreische von Vögeln und dem Plätschern des Wassers begleitet.

Wildromantische Natur - Schären - Ostschweden

Die Navigation ist nicht einfach. Einerseits ist es ein wahres Labyrinth, andererseits sind Wege mangels Tiefe oder durch knapp unter der Wasseroberfläche liegenden Steine nicht passierbar.

Die Navigation in den Schären ist nicht einfach

In diesem Gebiet braucht es häufig nur einen Schwimmsteg und schon ergibt sich einen sicheren Naturhafen.


Naturhafen in den Schären - Ostschweden

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Montag, 28. Juli 2014
Einmal rund Rügen

Da der Wind immer noch aus Nordosten kommt (da liegt Bornholm, mein nächstes Ziel), mache ich einen Törn rund um Rügen. Rügen hat viel zu bieten. Besonders beliebt sind die Kreidefelsen nördlich von Sassnitz. Die Touristen bezahlen rund 15€, damit sie mit dem Ausflugsschiff einen Blick darauf werfen dürfen. Ich hätte sie umsonst mitgenommen. :-)

Kreidefelsen nördlich von Sassnitz (Rügen)

Ein weiteres Highlight Rügens ist die Altstadt von Stralsund. Intwischen in die Liste der UNESCO - Weltkulturerbe aufgenommen, liegt man im Hafen direkt vor der Altstadt.

Stralsund - vom Hafen direkt in die Altstadt

Viele Bauten aus dem Mittelalter, im sogenannten Backstein-Gotik - Stil errichtet, locken die Touristen an. Zur Zeit ist auf dem Grossen Marktplatz ein Mittelalter-Markt inmitten einer Kulisse, wie geschaffen dafür.

Auf Rügen gibt es aber auch viele kleine, sehenswerte Dörfer, die ich zum Teil mit dem Fahrrad erkunde, das ideale Gefährt für diese flache Landschaft. Unten ein Bild vom Fischerdörfchen Vitt im Norden von Rügen. Das Dörfchen schmiegt sich in einen kleinen Einschnitt an der Küste und fast alle Häuser sind wie ursprünglich mit Reet gedeckt. Klar auch, dass man an jeder Ecke Fischbrötchen oder geräuchten Fisch kriegt.

Vitt - ein ursprüngliches Fischerdorf auf Rügen

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Mittwoch, 23. Juli 2014
Bornholm nicht erreicht und andere Widerwärtigkeiten

Bornholm ist ein mögliches Sprungbrett auf dem Weg nach Schweden. Von Sassnitz (Rügen) aus versuchte ich, die Insel zu erreichen. Der Wetterbericht sagte für den nächsten Tag einen netten Wind voraus, zuerst aus Ost, im Verlaufe des Nachmittags leicht norddrehend. Mit Ostwind sollte ich Bornholm erreichen können, ohne gross aufzukreuzen.
Ich also los am Morgen um halb sieben. ... obwohl, der Wind kam aus Nordost, also genau gegenan. "Der wird noch auf Ost drehen" , dachte ich. Es war schönes Wetter, guter Wind, meistens fuhr ich unter Windfahnensteuerung, nur die "falsche" Windrichtung blieb. "Aber egal" , dachte ich, bis morgen früh sollte ich trotzdem ankommen.

Sonnenuntergang
(Sonnenuntergang auf dem Weg nach nicht - Bornholm)

Um nicht nachts der Westküste entlang zu segeln (Fischer, Fischernetze) halte ich einen respektablen Abstand und hätte dann mit dem Morgengrauen mit einem Schlag gegen Ost mein Ziel erreichen können, hätte, wenn nicht der Wind langsam auf Ost gedreht hätte. So stand ich im Morgengrauen etwas mehr als 10 Seemeilen westlich von Bornholm, und der Wind, inzwischen etwas zugenommen, mit einer ekligen Welle, kommen genau aus Ost. Zuerst versuchte ich es mit aufkreuzen. Ich kam mit gerefften Segel nicht wirklich weiter. Dann eben mit Motor, .... aber ich krachte dermassen durch die Wellen genau von vorne, dass ich extrem gebremst wurde. Auf beide Weise hätte ich wohl über 5 Stunden gebraucht. "Nee, so geht das nicht" , musste ich mir eingestehen, sodass ich mich entschied umzukehren.

Was ist mit den anderen Widerwärtigkeiten, werdet ihr auch jetzt fragen? Nun, inzwischen hatte sich auf dem ganzen Weg eine ziemliche Welle aufgebaut, sodass ich schlussendlich seekrank wurde (wünsche ich niemandem). Ausserdem, vor dem Hafen von Sassnitz hatte ich Probleme mit dem Motor. Eine (eigene) Leine hatte sich um den Propeller gewickelt, er drehte nicht, sodass ich die netten Herren der Seenotrettung bitten musste, mich in den Hafen zu schleppen und buxieren.

Wie sagt man: ein Unglück kommt selten alleine.

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